
Beiz- und Reinigungsvorgänge und das galvanische Verzinken von Teilen können unter Umständen zur Freigabe atomaren Wasserstoffs führen. Der atomare Wasserstoff kann in die Werkstoffoberfläche eindiffundieren und submikroskopisch Werkstofftrennungen verursachen, die wegen der Kerbwirkung unter Belastung zu einem Bruch führen.
Bei örtlichen Spannungskonzentrationen, vorzugsweise an kaltverformten Werkstücken, können sich bereits im unbelasteten Zustand Risse bilden, die zum Sprödbruch führen.
Teile mit Zugfestigkeiten Rm < 1.000 N/mm² sind unkritisch. Alle Stahlteile mit einer Zugfestigkeit von Rm ≥ 1.000 N/mm² gelten als hochfest und müssen deshalb nach der Oberflächenbehandlung einer Wasserstoffaustreibung (Entsprödung) durch sog. Tempern mit anschließender, langsamer Abkühlung unterzogen werden. Diese Wärmebehandlung kann bei ca. 220°C (± 10°C), je nach Zugfestigkeit, zwischen sechs und 24 Stunden in Anspruch nehmen.
Zu beachten ist, dass die Wasserstoffaustreibung jedoch einen bereits eingesetzten Sprödbruch nicht rückgängig machen kann.
Quelle: BOSCH N67F 800 00/3 (02/2002)
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